IWF senkt Wachstumsprognose für Deutschland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wirtschaftswachstumsprognose für Deutschland nach unten korrigiert und deutet auf ein langsamer als erwartetes Wachstum der größten Wirtschaft Europas in diesem Jahr hin.

In seiner neuesten Bewertung prognostiziert der IWF, dass die deutsche Wirtschaft 2024 nur um magere 0,2% wachsen wird, was einer Verringerung um 0,3 Prozentpunkte gegenüber seiner Prognose vom Januar entspricht. Diese Revision stellt Deutschland an das untere Ende der Wachstumsskala unter den G7-Nationen, mit der schwächsten voraussichtlichen Wachstumsrate innerhalb dieser Gruppe industrialisierter Länder.

Für das Jahr 2025 ist der IWF etwas optimistischer und prognostiziert für Deutschland ein Wachstum von 1,3%. Dennoch bestehen Bedenken hinsichtlich struktureller Probleme, einschließlich eines schrumpfenden Arbeitskräftepotentials und Investitionshemmnissen. Diese Faktoren werden durch externe Belastungen wie hohe Energiekosten und wirtschaftspolitische Maßnahmen, die das Wachstum dämpfen könnten, verstärkt.

Zusätzlich hat der IWF auch seine Wachstumsaussichten für Frankreich, die zweitgrößte Wirtschaft der Eurozone, revidiert und seine Vorhersage von 1% auf 0,7% reduziert. Die gesamte Eurozone dürfte in diesem Jahr eine gewisse Erholung des Wachstums erleben, allerdings von einem niedrigen Ausgangspunkt aus, beeinflusst durch die nachwirkenden Effekte strenger Geldpolitik und vorheriger hoher Energiekosten.

Stephane Colliac, Ökonom bei BNP Paribas, hob gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse hervor, dass Deutschlands wirtschaftliche Schwierigkeiten durch zunehmenden Wettbewerb aus China, den Übergang zu einer grünen Wirtschaft und die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine, die die Energiekosten beeinflussen, verschärft werden.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt der IWF vorsichtig optimistisch hinsichtlich der Möglichkeiten Deutschlands, 2024 wirtschaftlich zu expandieren, obwohl das Wachstumstempo wahrscheinlich langsamer sein wird als erwartet. Die Dauer des anhaltenden Konflikts in der Ukraine und dessen Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte werden als wichtige Variablen identifiziert, die Deutschlands wirtschaftlichen Weg in naher Zukunft beeinflussen werden.

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