Nobelpreisträger Daniel Kahneman stirbt mit 90

Daniel Kahneman, ein mit dem Nobelpreis ausgezeichneter Psychologe, der die Verhaltensökonomie mitbegründet hat, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Kahnemans bahnbrechende Forschungen haben unser Verständnis vom menschlichen Entscheidungsprozess neu geformt.

Kahneman, ein amerikanisch-israelischer Psychologe, starb am Mittwoch, wie die Princeton University bestätigte, an der er lange Zeit als Dozent tätig war. Seine umfangreichen Arbeiten in der Verhaltensökonomie, insbesondere in Zusammenarbeit mit Amos Tversky, stellten die herkömmlichen ökonomischen Theorien in Frage, indem sie zeigten, dass menschliche Entscheidungen oft mehr durch kognitive Verzerrungen und Emotionen als durch rationale Überlegungen beeinflusst werden.

1934 in Tel Aviv geboren und später in die Vereinigten Staaten übergesiedelt, wurde Kahneman zu einer führenden Persönlichkeit in der Psychologie und Ökonomie. Seine Zusammenarbeit mit Tversky führte zu entscheidenden Einblicken in die Prozesse menschlicher Urteilsbildung und Entscheidungsfindung, was ihm letztendlich 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften einbrachte, obwohl er hauptsächlich in der Psychologie tätig war.

Sein bekanntestes Werk, „Schnelles Denken, langsames Denken“, veröffentlicht im Jahr 2011, beschäftigte sich mit der Dual-Prozess-Theorie des Geistes und wurde ein internationaler Bestseller. Das Buch und Kahnemans umfassendere Forschung beleuchteten, wie Menschen Entscheidungen unter Unsicherheit treffen und wie sie anfällig für systematische Urteilsfehler sein können.

Christopher Eisgruber, Präsident der Princeton University, zollte Kahneman Tribut, indem er ihn als „intellektuellen Riesen“ beschrieb, dessen Beiträge einen monumentalen Einfluss auf unser Verständnis von menschlicher Kognition und Verhalten hatten. Ebenso erkannte der Nobelpreisträger Richard Thaler Kahnemans Rolle bei der Begründung der Verhaltensökonomie an, was einen signifikanten Wandel im ökonomischen Denken markierte.

Kahnemans Tod bedeutet den Verlust eines tiefgründigen Denkers, dessen Theorien konventionelle wirtschaftliche Annahmen herausforderten und unser Verständnis von menschlichem Verhalten bereicherten. Sein Erbe, verkörpert in seiner bahnbrechenden Forschung und einflussreichen Schriften, wird weiterhin zukünftige Generationen in den Bereichen der Sozialwissenschaft und darüber hinaus leiten und inspirieren.

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